Fledermausschutz und Windenergie lassen sich durch standortbezogene Abschaltregeln miteinander verbinden. Fledermäuse können bei ihren Flügen in den Rotorbereich von Windenergieanlagen geraten und dort tödlich verunglücken. Wie hoch das Risiko ist, hängt unter anderem vom Standort, der Windgeschwindigkeit sowie der Jahres- und Nachtzeit ab. Auch die Temperatur spielt eine Rolle.
Zum Schutz der Tiere gelten deshalb Abschaltvorgaben. Sie legen fest, bei welchen Bedingungen eine Anlage ihren Betrieb unterbrechen muss. Ohne eigene Messdaten am Standort bilden vorsorgliche, pauschale Regeln die Grundlage. Dabei kann die Anlage auch in Zeitfenstern stillstehen, in denen ein standortbezogenes Schutzkonzept mehr Betrieb ermöglichen würde.
Für Betreiber ist ein bestimmter Bereich entscheidend: Es weht bereits genug Wind, um Strom zu erzeugen, gleichzeitig greift die Fledermausabschaltung. In diesen Zeitfenstern gehen Stromproduktion und damit Erlöse verloren.
Genau hier setzt Gondelmonitoring an. KS erfasst die Fledermausaktivität an Ihrer Anlage und wertet sie zusammen mit den Wind- und Betriebsdaten aus. So lässt sich fachlich prüfen, bei welchen Kombinationen aus Windgeschwindigkeit, Jahreszeit und Nachtzeit die Anlage unter Einhaltung des vorgegebenen Schutzniveaus zusätzlich laufen könnte.
Die Ergebnisse bilden die Grundlage für standortbezogene Abschaltregeln. Ob diese zusätzliche Betriebsfenster eröffnen, hängt von den Messergebnissen und den Vorgaben für Ihr Projekt ab. Eine Anpassung muss mit der zuständigen Behörde abgestimmt und entsprechend zugelassen werden.
Zusätzliche Betriebszeit kann zusätzliche Stromproduktion ermöglichen. Wie hoch der Mehrerlös ausfällt, hängt davon ab, wie viel Strom Ihre Anlage in den gewonnenen Zeitfenstern tatsächlich erzeugen kann und welchen Erlös Sie dafür erzielen.
KS prüft anhand Ihrer Abschaltauflagen und Anlagendaten, ob sich eine vertiefte Untersuchung lohnt. Die Messungen und ihre Auswertung schaffen anschließend die fachliche Grundlage für eine mögliche Optimierung des Betriebs.
Für die Wirtschaftlichkeit werden diesem Mehrerlös die Kosten für Monitoring, Auswertung und Umsetzung gegenübergestellt.
Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland – teilweise auch nach Artvorkommen und Anlagengröße.
Gondelmonitoring schafft die Datengrundlage, um diese Fragen für den jeweiligen Standort zu beantworten. KS Umweltgutachten verbindet bioakustische Erfassung, regelmäßige Funktionskontrollen und wissenschaftlich fundierte Auswertung zu einem standortspezifischen Betriebskonzept.
Fledermäuse nutzen Ultraschallrufe zur Orientierung. Beim Gondelmonitoring nehmen geeignete Mikrofone diese Rufe in Gondelhöhe auf. Ein angeschlossener Ultraschallrekorder zeichnet die Signale für die spätere Auswertung auf.
KS Umweltgutachten setzt dafür geeignete, für die jeweilige Auswertungsmethodik vorgesehene Rekordersysteme ein.
Standardisierte Erfassungsbedingungen sind wichtig, damit sich die Aufzeichnungen fachlich belastbar auswerten lassen. Die Messung liefert eine Stichprobe der akustisch erfassbaren Aktivität in Gondelhöhe; sie ist keine vollständige Überwachung der gesamten Rotorscheibe.
Die Darstellung zeigt das Funktionsprinzip: Mikrofon und Ultraschallrekorder erfassen Fledermausrufe in Gondelhöhe. Bauform und Einbauposition hängen vom eingesetzten System ab.
Die eingesetzten Systeme sind per Mobilfunk vernetzt. Über den Fernzugriff prüft KS Umweltgutachten täglich, ob die Geräte ordnungsgemäß arbeiten. So lassen sich technische Störungen frühzeitig erkennen und die Voraussetzungen für eine verlässliche Datenerfassung verbessern.
Die Mobilfunkverbindung dient der Betreuung des Messsystems. Die spätere Optimierung der Abschaltzeiten beruht auf der fachlichen Auswertung der Aufzeichnungen.
Die Fledermausaktivität verändert sich im Jahresverlauf und innerhalb einer Nacht. Auch die Windbedingungen beeinflussen, wann Tiere aktiv sind. Die Auswertung untersucht diese Zusammenhänge, um die Abschaltzeiten auf die Bedingungen am Standort abzustimmen.
Dabei nutzt KS Umweltgutachten die wissenschaftlichen Grundlagen der RENEBAT-Forschungsvorhaben und die Software ProBat. Aus den erhobenen Aktivitätsdaten und den für die Berechnung erforderlichen Anlagen- und Betriebsangaben entstehen standortspezifische Abschaltvorgaben. Die Berechnung richtet sich nach dem vorgegebenen Schutzniveau.
Statt ausschließlich mit starren Uhrzeiten zu arbeiten, lässt sich die Nacht in zehn relative Zeitabschnitte aufteilen: die sogenannten Nachtzehntel.
Für die einzelnen Zeitabschnitte werden spezifische Abschaltwindgeschwindigkeiten berechnet. Dadurch kann der Abschaltplan Unterschiede zwischen Monaten und Nachtphasen berücksichtigen. Wie stark sich die Vorgaben unterscheiden, ergibt sich aus der standortspezifischen Auswertung.
Der Betreiber erhält die berechneten Vorgaben als Tabelle zur Übernahme in die Anlagensteuerung. Die fachlichen Ergebnisse dienen zugleich als nachvollziehbare Grundlage für die Prüfung durch die zuständige Genehmigungsbehörde. Anpassungen werden im Rahmen der geltenden Genehmigung beziehungsweise nach erforderlicher behördlicher Abstimmung umgesetzt.
Im Betrieb setzt die Steuerung anschließend die hinterlegten Abschaltbedingungen um. Das beschriebene Verfahren arbeitet mit einem aus Monitoringdaten entwickelten Betriebsplan. Es ist keine unmittelbare Abschaltung beim einzelnen aufgenommenen Fledermausruf.
Gondelmonitoring beginnt im ersten Betriebsjahr und umfasst in der Regel zwei Erfassungsjahre. Häufig lassen sich bereits nach dem ersten Jahr Anpassungen empfehlen.
Ob und wann diese umgesetzt werden können, hängt von den Ergebnissen und den jeweiligen Genehmigungsvorgaben ab.
Bereits in der Planung unterstützt KS Umweltgutachten bei Fragen zur Anlagenkonfiguration und zu Rotortiefpunkten. Bei Repowering-Vorhaben können vorhandene Daten in die fachliche Bewertung einfließen.
Für Betreiber liefert das Monitoring eine Grundlage, um pauschale Abschaltzeiten zu überprüfen und mögliche Ertragspotenziale zu erkennen. Das Ziel ist ein standortgerechter Anlagenbetrieb, der das erforderliche Fledermausschutzniveau berücksichtigt. Wie groß das Optimierungspotenzial ausfällt, zeigt die Untersuchung am jeweiligen Standort.